logo

Für den Fußball-Verband gibt's kein Zurück mehr
Geschrieben von: Jörg Schneider   
Dienstag, den 06. Dezember 2011 um 13:10 Uhr
VON JOACHIM SCHWENK UND STEFANIE SANDMEIER - zuletzt aktualisiert: 02.12.2011

Fußball (RP).

Der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) lässt es drauf ankommen. Er will im ersten Quartal des kommenden Jahres zu einem außerordentlichen Verbandstag einladen, bei dem über die umstrittene Strukturreform mit der Reduzierung der Fußball-Kreise von 14 auf acht abgestimmt werden soll. Das beschloss der Beirat des Verbandes, dem das Präsidium des FVN und die Vorsitzenden der 14 Kreise angehören. Das Ergebnis fiel mit 21:4-Stimmen bei einer Enthaltung deutlich aus.

Trotzdem droht das Projekt, bei dem unter anderem Teile des Fußballkreises Solingen mit Wuppertal und Remscheid zusammengelegt werden sollen, weiter zu scheitern. Grund: Die Drei-Viertel-Mehrheit, die beim Verbandstag benötigt wird, um die Reformpläne umsetzen zu können, steht nicht.

Denn die Vorsitzenden der Kreise Rees-Bocholt, Kleve/Geldern und Duisburg/Mülheim/Dinslaken sowie Solingen stimmten in einer spannungsgeladenen Sitzung gegen den Vorschlag, die Reform auf den Weg zu bringen. Für die darf es beim Verbandstag nicht mehr als 54 Gegenstimmen der Delegierten – jeder Kreis stellt pro angefangene 2000 Mitglieder einen Delegierten – geben. Die Kreise Rees-Bocholt (16 Delegierte), Solingen (8), Duisburg/Mülheim/Dinslaken (17) und Kleve/Geldern (16) verfügen über 57 Stimmen.
Rainer Lehmann, Geschäftsführer des Fußball-Verbands Niederrhein, lässt sich von den Zahlen nicht beeindrucken. "Es steht Spitz auf Knopf. Doch wir werden die Mehrheit mit Sicherheit kriegen. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Denn es fehlen uns ja nur drei Stimmen", sagte Lehmann.

Die Meinung dürfte er ziemlich exklusiv haben. Schließlich gehen Insider im FVN davon aus, dass es auch in anderen Kreisen Delegierte geben wird, die gegen die Reform stimmen werden. Zumal der Verband beim Knackpunkt, der Reduzierung auf acht Kreise, weiter nicht zu Kompromissen bereit ist. "Acht Kreise sind ein Muss. Für den Verband gibt's kein Zurück", erklärte Lehmann, der den Kritikern vorwirft, "nur aus persönlichen Gründen" gegen die Reform zu sein.

Aussagen wie diese bringen Hans-Achim Peters, den Vorsitzenden des Fußball-Kreises Rees-Bocholt, auf die Palme. Er hatte nach der Sitzung auf der Rückfahrt von Duisburg nach Emmerich sogar kurz überlegt, vom Amt zurückzutreten. "Denn ich war erschüttert von der Art und Weise, wie wir auf Kurs gebracht werden sollten", sagte Peters. Für ihn sind die Argumente für eine Reform weiter unzureichend: "Plakative Äußerungen, unbewiesene Behauptungen und der demografische Wandel müssen herhalten, um die Notwendigkeit für eine Reform zu belegen."

Auch der Kreis Kleve/Geldern mit dem Vorsitzenden Heinz Geurts an der Spitze stimmte gegen den Reformvorschlag. "Wir haben uns innerhalb des Kreisvorstandes klar positioniert und werden diese Meinung auch weiterhin vertreten", sagte der Kreisfußballausschuss-Vorsitzende Holger Tripp.


Quelle: Rheinische Post
 

Unsere Sponsoren


Copyright © 2012 BV 1911 Burscheid e.V.. Alle Rechte vorbehalten.